Mitbewohner,  Rezensionen

Rezension zu Julien Sandrels „Das Zimmer der Wunder“

*vielen Dank an das Bloggerportal von Random House und den Penguin Verlag für die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplares.


Das zweite Buch für den Oktober. Dieser Monat steht zum einen unter dem Stern der „Wohlfühlbücher“ und zum anderen unter dem der „HIGHLIGHTS“.

Habe ich mich bei meinem letzten Franzosen eher schwer getan hat mich dieser hier einfach umgehauen! Unendliche Liebe und Begeisterung für diesen Roman!
Ich hoffe ich werde meiner Begeisterung gerecht und finde die richtigen Worte.


Erst einmal worum geht es denn:

Nur ein Moment, doch er kann alles verändern. Das erfährt Karrierefrau Thelma am eigenen Leib, als ihr Sohn Louis durch einen LKW von seinem Skateboard gerissen wird. Louis überlebt schwer verletzt, liegt im Koma. Vier Wochen – wenn sich sein Zustand bis dahin nicht verbessert, sehen die Ärzte wenig Hoffnung. In ihrer Verzweiflung findet Thelma in Louis‘ Zimmer eine Liste mit Dingen, die er sich fürs Leben vorgenommen hat: Karaoke singen, einen Marathon laufen, ein Duett mit einem bekannten Rapper … Thelma beginnt seine Wünsche für ihn zu erfüllen. Wird es ihr gelingen, dadurch seinen Überlebenswillen zu wecken?


……waren Überlebende. Ich verstand mit einem Mal, was die drei so besonders machte. Sie strahlten, ihr Lächeln war echt.“


Wer meinen Blog schon länger verfolgt kann sich wahrscheinlich vorstellen warum ich diese Geschichte lesen wollte.

Allein auf dem Cover steht: „Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter“

Ohja das sollte man. Von jetzt auf gleich kann ein Moment dein ganzes Leben ändern, ein Schicksalsschlag deinen Fokus wieder auf das Wichtige im Leben lenken.


„Auf jeden Albtraum folgte ein neuer Tag“


Ich bin ehrlich: Als ich Thelma am Anfang begegnet bin mochte ich sie nicht besonders. Obwohl sie einen wunderbaren Sohn hat steht doch ihr Job im Mittelpunkt. Menschen sind ihr unwichtig. Das erste was sie über ihre Mutter berichtet ist abfällig. Karriere, Karriere, Karriere – Prio eins in ihrem Leben.
Meine Frage vorneweg: Warum bist du dann Mutter geworden?!

Dann passiert der Moment der Thelmas Leben verändert.
Endlich ein erster Einblick hinter die Fassade der Frau, die einfach Lust auf mehr gemacht hat.
Julien Sandrel beschreibt so realistisch Thelmas Erinnerungen an den Moment des Unglücks und die Stunden danach, das man selbst meint von der Katastrophe betroffen zu sein. Sie hat mir so unendlich Leid getan.

Dann die Überraschung dass auch Louis sich zu Wort meldet, den Leser an seinen Gedanken während des Komas teilhaben lässt. Den Jugendlichen hat der Autor hier bewusst reifer geschrieben, Louis mit seiner Altklugen Art muss man einfach mögen.
Trotz seiner Art, stehen in Louis sog. „Heft der Wunder“, seiner eigenen Bucket-List, Löffelliste, wie auch immer ihr es nennt, doch sehr „kindliche Wünsche“.
Dabei sind mir aber die sehr durchdachten Überschriften, die verschiedene Punkte zusammenfassen aufgefallen. Mega ausgedacht lieber Louis!

Seine Mutter beginnt die ganze Liste abzuarbeiten. Ich kann es nicht anders sagen, ihre Herangehensweise ist einmalig und berührend.


„Mir wurde bewusst, dass ich seit Louis‘ Unfall nur dasaß und auf die Morgendämmerung wartete, anstatt mich weiter durch die Nacht zu kämpfen..“


Auch wenn die Bucket List der rote Faden der Geschichte ist….das eigentlich Herz der Story ist Thelmas Entwicklung.
Ist sie am Anfang karrierebeseßen, verschlossen und zu sehr auf sich selbst fokussiert, entwickelt sie sich zu einem wunderbaren Menschen und einer tollen Mutter.
Sie öffnet sich immer mehr, überdenkt ihr bisheriges Leben und definiert ihre neuen Ziele.

Ich könnte jetzt ewig darüber schwärmen, will jedoch nicht zu viel verraten. Also lest doch einfach den Roman.

Muss man denn wirklich so eine Entwicklung mit einem Schicksalsschlag beginnen?
Jep muss man manchmal. Nach solch einer Erfahrung rückt dein bisheriges Leben in ein anderes Licht.
Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum mir diese Geschichte so gut gefällt, ich kann mich so sehr in ihr wiederfinden.


„Es war immer möglich, sich einen neuen Weg zu bahnen, wie tief die Dunkelheit auch sein mochte…“


Julien Sandrel beschreibt hier die Realität, wie das Leben spielen kann, wie kostbar es ist. Ich kann ihm nur MERCI BEAUCOUP für dieses wunderbare Buch sagen.
Ich selbst werde meine eigene Bucket-List nochmal zur Hand nehmen, viel zu lange ist es her!

Ebenfalls fande ich, ohne zu spoilern, das Ende PERFEKT und einfach passend.


„Es ist ein schöner Morgen, Thelma. Genieße deine Zeit…“


Wer noch einen Wohlfühlroman sucht, wer nochmal erinnert werden will dass das Leben ein Geschenk ist, geht doch bitte ins Zimmer der Wunder!
Absolutes Herzensbuch.

Habt ihr weitere Empfehlungen für mich, mit Büchern zu diesem Thema?

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