Rezensionen,  zu Besuch

Was man von hier aus sehen kann – Mariana Leky

Immer wenn Selma ein Okapi sieht stirbt jemand. Wen es trifft lässt sich vorher nicht sagen. Was macht man dann wenn es jeden treffen kann? Dies und wie unterschiedlich man mit Liebe umgehen kann schildert Mariana Leky in Was man von hier aus sehen kann.


Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf im Westerwald.
Volltreffer habe ich gedacht, stamme ich doch selbst aus einem 350 Einwohner-Dorf. Ich habe direkt am Anfang schon gedacht, hier findest du dich wieder und das Dorfleben wird richtig schön in die Mangel genommen.


Das Buch besteht für mich aus zwei Highlights:


Die Dorfbewohner

Ein Brief mit der Aufschrift: Blablabla, Im Nachbardorf bei Selma, PLZ Ort kommt niemals an? Und ob! Wäre so auch in der Eifel möglich.

Plötzlich steht dir der drohende Tod vor Augen, auf einmal werden Dinge erledigt, versucht die letzten 24 Stunden des Lebens zu genießen oder doch schnell noch ein letztes Geständnis gemacht. Trifft es dich nicht kommt die nächste Steuerrückzahlung und alles ist vergessen. Geht nicht gibt’s doch.

Dorfbewohner sind von Grunde auf nie neugierig und wissen nicht besser über den Nachbar Bescheid als er selbst…..öööööhm?!

In jedem Dorf gibt es skurille Gestalten! Mein Lieblingscharakter in diesem Buch ist Elsbeth mit ihren abergläubischen Weisheiten! Eine die ich dabei ganz besonders toll fande:
Rankt sich Efeu um einen Baum ist dies eine Seele auf dem Weg zur Erlösung. Erst in der Baumkrone ist die Seele dann frei. Jetzt ist die Frage: Die Seele ihren Weg finden lassen oder doch den armen Baum vom Pflanzenschmarotzer befreien?!

Elsbeth for life!


Ebenso mochte ich den Optiker, der Zusammenhänge zwischen den abgedrehtesten Dingen feststellen kann und natürlich Selma, deren Charakter ich sehr mag.

Die Hauptprotagonisten Luise, Selmas Enkelin dagegen, war mir zu passiv. Sie lebt ihr Leben nur so vor sich hin und macht nichts daraus. Leky beschreibt sie gar als verschwommen.
Hiermit hat sie auf jeden Fall recht. Luise war für mich schlecht greifbar mit ihrer Passivität. Zwischendurch hätte ich sie gerne wachgerüttelt.
Darum ist ihre Tat für mich am Ende auch wenig passend. Aber meine persönliche Meinung.


Die Liebe wird in diesem Buch auf mehreren Wegen dargestellt und wir bekommen Stoff zum Nachdenken. Das mag ich ja immer sehr!


Mariana Lekys Schreibstil

Mein zweites Highlight! Die Autorin besticht mit einer großen Portion an Witz. So wurde das Lesen zur puren Freude. Ohne diesen wunderbaren Schreibstil wäre das Buch einfach nur eine mittelmäßige Geschichte.

Der Schreibstil hat mich so sehr angesprochen, dass ich auf jeden Fall noch ein weiteres Leky-Buch lesen muss. Alleine wegen des Stils sollte man diese Geschichte lesen!


Meine Erwartungen an Was man von hier aus sehen kann haben sich erfüllt und ich habe die gewünschte kritische Betrachtung eines Dorfes und dem Umgang mit der Liebe bekommen.

Leider hat mir die liebe Luise nicht gefallen. Somit habe ich mich gut unterhalten gefühlt, trotzdem kann ich denn immensen Hype hier nicht nachvollziehen.

Ich empfehle das Buch weiter aber ein Jahreshighlight war es wenn nur durch die sprachliche Darstellung.


Hat schon jemand von euch Was man von hier aus sehen kann gelesen?

Welche Empfehlungen zu Gesellschaftskritiken könntet ihr mir aussprechen?


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