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Rezension zu Christina Dalcher – VOX

Hierum geht es in VOX;

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.


„Words are our most inexhaustible source of magic.“

Albus Dumbledore


Als ich das erste Mal gelesen habe worum es in VOX geht, musste dieses Buch sofort auf meine Leseliste!
Fande ich doch auch „Der Report der Magd“ und „1984“ sehr interessant.

Das Thema des Buches ist so aktuell wie nie und passt zu 100% in die heutige Zeit.
Ich habe die ersten Seiten gelesen und wurde wütend!
Richtig richtig wütend!

Christina Dalcher steigt sofort in die Handlung ein, Frauen haben ein Armband um das Handgelenk, welches ihre Wörter zählt. Bei 100 ist Schluss, sonst gibt es einen Stromschlag der mit jedem weiteren Wort immer stärker wird, Verbrennungsgefahr inklusive!
Auch weibliche Babys bekommen diese Bänder….woher sollen die bitte wissen, dass sie keine Laute von sich geben sollen?!

Aber wie kam es dazu?

Eine extremistische religiöse Gruppierung übernimmt in Amerika die Macht. Ihr Grundglaube ist mehr als mittelalterlich: Männer an die Macht, Frauen an den Herd!
Da Frauen von weniger Wert sind und vor dem Mann kuschen sollen, reichen deswegen 100 Wörter.

Im Laufe des Romans erfährt man immer mehr über die Einschnitte des weiblichen Lebens…die Grundidee des Buches kann nur wütend machen! Vor allem aber bekommt man Angst ob so etwas heute wirklich passieren kann….

Leider muss ich diese Frage ganz klar für mich mit JA beantworten….

Schauen wir uns den Holocaust an, der durch eine Person angestoßen wurde….Extremismus generell mit seinen Anhängern….die #metoo-Geschehnisse….Männer die meinen sie könnten mit Gesetzen über den Körper von Frauen bestimmen…oder den Twitter Account eines gewissen Herren….bin ich mir sicher dass so etwas bei uns passieren könnte!
Gerade das macht die Grundidee von VOX für mich beängstigend und wichtig zugleich.

Wichtig, weil hier ein Szenario mit seinen Folgen beschrieben wird! Beängstigend weil ich hoffe, dass so etwas nicht passiert.

Was mir auch gut gefallen hat, endlich haben wir eine erwachsene Protagonistin! Mit einer kleinen Tochter und einem Sohn der zugänglich für die Predigten der Extremisten ist.
Dadurch werden die Konsequenzen der Bewegung und die Einschnitte in das Leben einer Familie toll aufgezeigt.

Jean fande ich als Charakter jedoch nur mittelmäßig.
Ich habe hier wie es in solchen Romanen meist vorkommt, eine größere Aufständlerin erwartet. Mir war sie eine Nummer zu passiv.


„It took me quite a long time to develop a voice and now that I have it, I am not going to be silent.“

Madeleine Albright


Die Grundidee finde ich wie gesagt spitzenmäßig! Jedoch wurde das Potenzial der Geschichte nicht gänzlich erfüllt. Ich hätte mir noch mehr Aufstand gewünscht. Mehr Revolution. Mehr Einblicke in die Gegenbewegung.

Vor allem das Ende ging mir zu schnell, ebenso gefiel mir nicht, wer am Ende das Zünglein an der Waage war. Ich hatte das Gefühl, der Autorin sind die Ideen ausgegangen.
Schade, diese Story hätte richtig groß werden können.

Das Buch ist bei mir zu Besuch. Trotz der Schwächen mochte ich wie gesagt die Grundidee total. Deswegen kann man zu dieser Geschichte greifen!

Ich hoffe nur, dass gewisse Leute die Finger davon lassen, nicht dass sie auf blöde Ideen kommen! Gerade in der heutigen Welt haben wir davon schon genug!


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