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Rezension zu Guillaume Musso – Das Papiermädchen

Gleich zu Beginn bin ich ehrlich, Frankreich und ich, das klickt irgendwie nicht so richtig. Damals in Paris hat es mir zwar gefallen, trotzdem bekam ich nicht so ein Gefühl wie ich es z.B. in London hatte. Trotz 7 Jahren Französischunterricht kann ich mich gerade einmal vorstellen und sagen, dass Arthur ein Papagei ist…..Boum c’est le choc….

Ebenso habe ich es nicht besonders mit dem französischen Humor….außer „Ziemlich beste Freunde“ konnte mich noch nie ein französischer Film überzeugen. Ich weiß noch wie ich nach „Die zauberhafte Welt der Amelie“ auf der Couch saß und einfach nur dachte: „Hääää?!“.

Vielleicht sind das Gründe, warum ich auch um französische Autoren einen Bogen gemacht habe….bis mein Papa vor 2 Wochen kam und mir „Das Papiermädchen“ in die Hand drückte.
Kommentar dazu: „ Der ist gut.“
Da ich jemand bin der nichts kategorisch ausschließt und der Klappentext mich wirklich ansprach, ging es also los mit dem „Franzosen“.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber oft bauen sich bei mir schon Erwartungen beim Lesen des Klappentextes auf, der bei diesem Buch wie folgt lautet:

Stell dir vor, deine liebste Romanfigur erwacht zum Leben….
Der Schriftsteller Tom Boyd hat geschafft, wovon viele träumen:
Er lebt in Malibu, fährt einen Sportwagen und liebt eine berühmte Pianistin. Doch als die ihn verlässt, stürzt er in eine tiefe Krise. Obwohl seine Fans sehnsüchtig darauf warten, sieht Tom sich außerstande, einen neuen Roman zu schreiben.
Da taucht eines Abends eine hübsche junge Frau bei ihm auf. Sie behauptet, Billie zu sein, eine seiner Romanfiguren. Ehe er sichs versieht, überredet sie ihn, mit ihr eine abenteuerliche Reise anzutreten, die in Mexiko beginnt und bis Paris führen wird.

„Jawoll eine Geschichte, die um die wirklich wichtigen Dinge im Leben geht!“ Das war mein erster Gedanke.
Da mich dieses Thema momentan sehr bewegt, hab ich sofort meine Nase in das Buch gesteckt.

Die ganze Sache rund um Tom und seine Pianistin wird durch Zeitungsartikel erzählt, das Zusammenkommen, die Trennung und das Loch, in welches der Autor fällt. Alles kurz und knapp. Das hat mir sehr gut gefallen, ich hatte anfangs schon Angst, das dies alles erstmal in die Länge gezogen wird.
Auch gut gefällt mir, dass jedes Kapitel mit einem Zitat beginnt.

Schnell wird in die Haupthandlung eingestiegen und wir treffen Billie.
Eine sehr taffe junge Frau, die schnell die Zügel in die Hand nimmt und Tom zu einer abenteuerlichen Reise mitnimmt.
Neben diesen beiden lernt man ebenfalls Milo und Carole kennen. Beide sind mit Tom in einem ärmeren Viertel von Los Angeles großgeworden und seine besten Freunde.

In allen vier Personen und ihrer Geschichte steckt so viel Potenzial, das meiner Meinung nach leider nicht vollends genutzt wurde.
Alle sind ihrer dunklen Vergangenheit entflohen und haben sich zu positiven Menschen entwickelt. Diese Entwicklung konnte sich aber nicht richtig in den Charakteren widerspiegeln, wurde eher im Laufe der Geschichte oberflächlich angekratzt. Ich habe jetzt noch das Gefühl, dass sich die Personen nicht voll und ganz zeigen konnten. Schade, da sie alle wirklich liebenswürdig sind.

Die Reise von Tom und Billie ist ebenfalls eine schöne Idee, der Gedanke dahinter, sich und den Sinn eines glücklichen Lebens zu finden und auch nach einem Sturm weiter zu segeln, hat mir wie gesagt von Anfang an gefallen. Doch auch hier habe ich mir „mehr“ vorgestellt, mir hat die Tiefe gefehlt. Auch wenn Tom und Billie sich wohl im Laufe des Romans viel unterhalten haben, wurde der Inhalt der Gespräche nicht abgedruckt. Dies hätte ich mir persönlich aber gewünscht, um dem ganzen mehr Seele zu geben.

Alles in allem ist aber eine positive Entwicklung der Charaktere und der Haupthandlung zu sehen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
Das Mysterium, wie Billie denn jetzt aus einem Buch fallen konnte, wird am Ende ebenfalls aufgelöst.
Mit diesem Ende habe ich so allerdings nicht gerechnet und fande es sehr „pfiffig“

Mein erster „Franzose“ war alles in allem in Ordnung, wobei ich wie gesagt der Meinung bin, dass das Potenzial der Story nicht voll ausgeschöpft wurde.
Es war eine schöne Geschichte für zwischendurch und ich schließe nicht aus, noch etwas von dem Autor zu lesen.
Nur renne ich nicht sofort für das nächste Buch los. Guillaume Mussos „Papiermädchen“ ordne ich für mich in die Kategorie „Zu Besuch“ ein.

Wer kann mir denn weitere französische Bücher empfehlen? Lasst doch ein Kommentar da.

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