bleib doch,  Rezensionen

Gone Girl – Gillian Flynn

An Gone Girl scheiden sich wohl die Geister. Ich habe schon ganz unterschiedliche Reaktionen hierzu mitbekommen. Positive und negative.

Für mich war dieses Buch ein Wechselbad der Gefühle und Sympathien zu den einzelnen Personen.
Ich habe Mitte Januar das Hörbuch beendet und noch Wochen später denke ich oft an es zurück!

Thriller habe ich erst vor einem guten halben Jahr für mich entdeckt. Gott sei Dank sonst hätte ich Gone Girl nie angefasst! Seitdem habe ich schon ein paar Thriller gelesen aber keiner hatte diese Thematik und ein Ende wie dieser hier! Um meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen enthält diese Rezension Spoiler, trotzdem bemühe ich mich nicht alles zu verraten.

In Gone Girl wird die Geschichte von Amy und Nick erzählt, augenscheinlich ein ganz normales Paar das sich vor fünf Jahren kennen und lieben gelernt hat. Beide sind Schriftsteller, verloren durch die wirtschaftliche Rezession aber ihre Jobs und zogen von New York nach Missouri um Nicks kranke Mutter zu pflegen.
An ihrem Hochzeitstag verschwindet Amy plötzlich, im Haus deutet alles auf eine Gewalttat hin. Durch sein gefasstes Verhalten und Auftreten lenkt Nick den Verdacht schnell auf sich. Auch die Tagebucheinträge von Amy im Buch werfen kein gutes Licht auf die ganze Beziehung. Doch was ist geschehen? Ist alles wirklich so wie es scheint?


„Woran denkst du gerade?“

Nick Dunne


Ich wusste von Anfang an nicht richtig was ich über Nick denken soll. Auch jetzt habe ich keine endgültige Meinung zu ihm. Die ganze Story rund um das Verschwinden wird aus seiner Sicht erzählt. Seine Frau wird vermisst und doch wirkt er wirklich sehr gefasst, möchte auch in so einer Ausnahmesituation noch den äußeren Schein wahren. Einzig sympathisch erscheint er mir im Umgang mit seiner Zwillingsschwester Margo.
Seine Gefühle zu Amy entwickeln sich von großer Verliebtheit zu Gleichgültigkeit, sodass ich schnell mit der Armen litt und auf ihrer Seite stand, ebenso hatte ich das Gefühl Nick hat etwas mit dem Verschwinden zu tun.

Im Laufe des Buches bin ich dann aber immer mehr in das „Team Nick“ gewechselt….er hat mir durch die Entwicklung der Story so leid getan, man fühl sich genauso machtlos wie er. Am Ende beweist er dann nochmal richtig Rückgrat und ich zolle im dafür einen riesigen Respekt.
Sein Leben wird zu einem einzigen Zusammenreißen werden. Der arme Kerl tut mir wahnsinnig leid!

So und jetzt zu Amy….im ersten Teil des Buches wechselt sich die Erzählung von Nick mit ihren Tagebucheinträgen ab. Hier bekommt man gute Einblicke in die Vergangenheit des Paares und die Entwicklung ihrer Beziehung. Amy war mir in ihren Einträgen wirklich sympathisch. Bestärkt wurde diese Sympathie durch ihre Schilderungen, wie Nick sich immer mehr zu einem Arschloch entwickelt und dann auch noch gewalttätig ihr gegenüber wird. Damit hatte sie mich direkt auf ihrer Seite…..


Achtung jetzt wird gespoilert!


Doch dann kommt die dicke Wendung im Buch.

Amy meldet sich im zweiten Teil direkt an den Leser, das Verschwinden war ihr eigenes Werk! Sie will Nick den vermeintlichen Mord an sich anhängen und ihn ins Gefängnis bringen! (Anmerkung am Rande: In Missouri gibt es noch die Todesstrafe!) Und das nur als „Bestrafung“ weil Nick eine Affäre hatte. Zu Amy muss man nur eins wissen: Sie ist eine richtige Soziopathin und bestraft für ihr Leben gerne Leute! Dafür nimmt sie auch monatelange Planung in Kauf. Das meiste in ihrem Tagebuch ist ebenfalls erfunden.

Dieses dumme Miststück, sorry wenn ich mich so ausdrücke, aber auch jetzt werde ich richtig wütend wenn ich daran denke. Sie meint wirklich sie wäre im Recht mit dem was sie da tut. Natürlich war das Verhalten von Nick nicht die feine englische Art, aber auf so eine Idee kommt wirklich nur eine sehr sehr irre und kranke Person. Diese Frau gehört eingesperrt. Boah ich könnte mich jetzt Stunden über diese Verrückte aufregen….wenn es eine Hölle gibt, schmore darin Amy!

Gone Girl ist ein Buch das mich sehr überrascht hat. Auch das Ende hat zu der ganzen Geschichte gepasst, auch wenn dieses mich mindestens genauso wütend gemacht hat wie die gute bzw. schlechte Amy. Zwischendurch ist die Story mir nur etwas dahingedümpelt. Auch wenn man die ganze Zeit wissen will wie die Geschichte endet, wirklich spannend ist das Buch nicht.

Ich frage mich auch immer noch, ob diese Story in der Realität wirklich so enden würde….das ist eine Frage über die ich noch länger nachdenken werde.Der Verlauf hat mich sehr überrascht. Gerade weil ich so ein Buch noch nicht gelesen habe und ich Stoff zum Nachdenken bekommen habe, empfehle ich es weiter!

Es würde in meinem Bücherregal bleiben wenn es kein Hörbuch gewesen wäre.

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