Mitbewohner,  Rezensionen

Rezension zu Ava Reed – Alles.Nichts. Und ganz viel Dazwischen

Von Ava Reed habe ich schon einige Bücher gelesen. Mit Ankündigung von Alles.Nichts. Und ganz viel Dazwischen, habe ich mir sofort den Inhalt durchgelesen und gedacht „Bingo! Dieses Buch musst du lesen!“.

Als es bei mir ankam und ich das Paket aufgerissen habe, ist mir zuerst einmal das wunderschöne Äußere aufgefallen: Das Cover in einem smaragdgrün und die Laternen, die im Hintergrund abgebildet waren haben mir sehr gut gefallen. Ich habe es, obwohl ich eigentlich weg musste, erstmal aufgeschlagen und das Vorwort gelesen.

Dabei muss ich zuerst einwerfen, ja ich bin ein sehr emotionaler Mensch, heule bei jedem Film solidarisch mit, doch bei Büchern passiert es mir kaum, dass mir wirklich die Tränen das Gesicht runterlaufen.

Doch Ava mit ihrem Vorwort hat es geschafft, dass ich danach erstmal mein Make-Up auffrischen konnte! Liebe Ava danke für deine Worte!

Auch im Inneren fällt das Buch auf: Neben der Geschichte, findet man Lenis Tagebucheinträge, die von der Autorin selber geschrieben wurden. (Meine Güte, sie hat eine tolle Handschrift!). Diese unterstützen die Geschichte zusätzlich und heben Lenis Gefühle noch mehr hervor.


„Es waren nur Glühwürmchen, aber für (…) mich wurden sie zu einem Symbol (…). Dafür, dass Sterne auch noch leuchten, wenn sie gefallen waren…..“

Zitat aus dem Buch


Um Gefühle dreht sich das ganze Buch, worum geht es genau?

Leni ist in ihrem Schulabschlussjahr. Am Anfang ist alles wie immer, bis sich von jetzt auf gleich etwas in ihrem Inneren verschiebt. Panikattacken und Angstzustände wechseln sich ab. Leni erkennt sich bald selbst nicht wieder. Die Enddiagnose reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Dann trifft sie Matti, der ebenfalls eine Diagnose hat, mit der er versucht klarzukommen. Zusammen begeben sie sich auf eine Reise….

Es ist Ava Reeds persönlichstes Buch, doch auch für mich war es sehr persönlich.


„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Arthur Schoppenhauer



Dieses Sprichwort ist ja sehr bekannt und gerade für mich war es im letzten Jahr sehr aktuell, das ist einer der Gründe warum mich die ganze Geschichte so berührt hat. Denn auch ich habe eine Diagnose bekommen, die mein Leben erst einmal auf den Kopf gestellt hat. Sie war zwar körperlicher Art, trotzdem muss man mit sowas erstmal klarkommen. (Mehr dazu folgt hier irgendwann)

Da Krankheit und vor allem psychische Erkrankungen meiner Empfindung nach immer noch ein großes Tabuthema in unserer Gesellschaft sind, finde ich dieses Buch so wichtig. Endlich wird dieses Thema einmal angesprochen und endlich wird auch signalisiert, dass nicht nur pauschal „alte Leute“ krank werden, sondern es jeden treffen kann. Ebenso muss man Krankheiten nicht immer äußerlich erkennen.

Lenis Krankheitsverlauf beginnt zunächst einmal schleichend, sie kann sich am Anfang einfach nicht erklären was mit ihr los ist.
Ihre ganze Gefühlswelt wird von Ava Reed wieder so einfühlsam beschrieben, wie ich es schon aus anderen Büchern kenne. Man fühlt mit der Protagonistin mit und merkt, wie sehr sich hier mit dem Thema im Vorfeld beschäftigt wurde. Zwischendurch hatte ich selber ein beklemmendes Gefühl, ich konnte Lenis Abgeschlagenheit förmlich selbst spüren.

Die Autorin benutzt so viele wunderbare Bilder, dass ich zum ersten Mal mein Handy gezückt habe und viele Zitate für mich selbst abfotografieren musste.

Vor allem das Bild des Wimpernschlages, der von jetzt auf gleich alles verändern kann gefällt mir gut, da es einem bei einer gestellten Diagnose nämlich genau so ergeht. Im einen Moment ist alles gut, im nächsten dreht sich dein Leben um 180 Grad.

Ebenso muss es damals für Matti und seine Familie gewesen sein, denn meist wird man nicht nur selber mit etwas diagnostiziert, sondern auch die Menschen die einen lieben. Deswegen ist es für mich auch verständlich, warum Mattis Mutter auf der einen Seite so behütend ist, auf der anderen Seite konnte ich aber auch Matti verstehen. Man hat eine Krankheit, diese bestimmt aber nicht (nur) wer wir sind. Deswegen gefiel mir der Gedanke von Matti einmal auszubrechen, auch richtig gut. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht zum Handlungsverlauf sagen, bitte lest dieses Buch selbst und bildet euch eine Meinung.

Macht euch aber auf das gefasst was Ava in ihren Vorworten erwähnt. Diese Geschichte strahlt nicht durch einen spannenden Handlungsverlauf. Jedoch strahlt sie weil sie so ist wie das Leben: Eine Achterbahnfahrt!
Manchmal ist das Leben bunt und laut und man kann davon nie genug bekommen. Manchmal ist es aber auch das genaue Gegenteil, das uns dann die schönen Momente wieder mehr schätzen lässt.

Lasst es euch von mir ganz kurz noch einmal etwas sagen.
Ja, da ich letztes Jahr krankheitstechnisch einiges durchgemacht habe maße ich mir das jetzt auch einfach mal an.

Dazu benutze ich aber auch Avas Worte:


„In jeder Dunkelheit brennt ein Licht“.


Es kann im Leben nicht nur die schönen Momente geben. Die schlechten sollten aber nicht unser Leben bestimmen. Man weiß nie für was Begebenheiten im Leben gut sind. Oft lernt man sich dann erstmal selbst kennen, ebenso wie stark man ist.

Und sollte es doch einmal alles auswegslos sein: Es gibt so viele Leute die einem helfen. Also scheut euch nicht Hilfe anzunehmen! Ihr seid es alle wert! Kämpft für euch! Kämpft für euer Leben! Kämpft für euer Glücklichsein!

Danke Ava für dieses Buch! Danke für deine wunderbaren Vor- und Nachworte! Mir haben diese 300 Seiten wirklich viel bedeutet.

Dein Buch bleibt in meinem Regal als
<3-Mitbewohner und Jahreshighlight.

3 Comments

  • Ivy

    Eine wirklich schöne Rezension. Mir hat das Buch auch richtig gut gefallen, insbesondere auch, weil ich selbst mit Panikattacken und Angstzuständen zu kämpfen habe und für mich hat Ava diese Thematik wirklich sehr gut umgesetzt. Mich hat diese Geschichte absolut berührt!

    Liebste Grüße
    Ivy

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