Mitbewohner,  Rezensionen

Rezension zu Lucy Clarke – Die Landkarte der Liebe

Ein meerblaues Reisetagebuch – das ist alles, was Katie von ihrer Schwester bleibt. Denn Mia ist tot. In Bali stürzte sie von einer Klippe.
Katie hat nur eine Chance, das Geheimnis um den Tod ihrer unnahbaren Schwester zu lüften: ihr Tagebuch zu lesen und den Stationen ihrer Reise zu folgen. Und so taucht Katie immer tiefer ein in das Leben ihrer Schwester und entziffert Stück für Stück Mias ganz persönliche Landkarte der Liebe…


Ein weiteres Buch von Lucy Clarke. Sie hat mich mit ihrem „erwachsenen“ Roman „Der Sommer in dem es zu schneien begann“ sofort begeistert!
Ohne Rede, dass da das nächste Buch folgen musste!

Warum nun das? Ihr könnt es euch denken: Reisen und vor allem Bali.
Yes Lucy, damit hattest du mich direkt.
Sofort vorneweg: Mit diesem Roman hast du mich noch mehr begeistert.


Auch wenn der Roman wie „Der Sommer…“ mit einer Tragödie beginnt ist er doch ganz anders. Die ganze Handlung in der Gegenwart, mit Katie, einer sehr durchgeplanten und nichts dem Zufall überlassenden, verlobten Frau, die den Tod ihrer einzigen Schwester Mia verkraften muss.
Ganz untypisch für sie, beginnt ihr Abenteuer mit einer Kurzschlussreaktion: Nach Erhalt von Mias Weltreise-Tagebuch begibt sie sich auf die Spuren ihrer Schwester.

War Katie für mich am Anfang trotz ihrer Trauer zu „glatt“ musste ich diese Ersteinschätzung korrigieren! Nach und nach blickt man hinter ihre perfekte Fassade.
Die ganze Entwicklung der jungen Frau im Lauf ihrer Reise hat mich fasziniert. Manchmal braucht man einen Tapetenwechsel um sich selbst zu finden.


Das Geschehene in der Vergangenheit wird von Katies gegensätzlicher, verstorbenen Schwester Mia erzählt. Von Anfang an wird einem klar, dass Mia sich noch nicht gefunden hat, mit ihrem Leben nicht zufrieden ist.


Die beiden Perspektiven werden im Wechsel erzählt. So „liest“ man immer ein Kapitel als Katie aus dem Reisetagebuch und bekommt danach Mias Blickwinkel vermittelt. Immer im Hinterkopf: das drohende Unglück. Dadurch baut die Autorin Spannung auf, ich konnte das Buch einfach nicht weglegen, ich musste wissen was passiert ist.
Dabei hat Lucy Clarke mich mit Wendungen überrascht, die ich so nicht kommen gesehen habe. Bis zum Ende war es mir nicht klar, was wirklich passiert ist. Gerade das Ende fande ich sehr schön vor allem, dass es endlich mal keine Lovestory war….

Wobei, war es doch irgendwie…Hier stand halt die Liebe zweier Schwestern im Mittelpunkt. Zwei Schwestern die sich unterstützt haben, sich gestritten haben, sich zwischendurch durch das Leben entfremdet haben…. Ob beide wieder zueinander finden lasse ich hier einmal offen.
Dieser Kern hat mich, obwohl ich Einzelkind bin, wirklich geflasht! Blut ist halt vermeintlich dicker als Wasser.


Nebenbei wird man mit der Beschreibung wunderschöner Orte belohnt. So konnte ich einen Monat später nochmal nach Bali reisen und schon einmal einen Abstecher nach Australien unternehmen. Sehr, sehr schön bei diesem bis jetzt tristeren Herbst.

Fesselnd fande ich dann noch, wie Menschen miteinander verbunden sein können und Taten in der Vergangenheit Auswirkungen auf die Zukunft haben kann.
Ebenso wird fokussiert, was denn wichtig im Leben ist. Ich mochte es sehr!


Die spannende Handlung, die gut ausgearbeiteten Charaktere, die Entwicklung von Katie und die Zerissenheit von Mia….sowie die Beziehung der Schwestern zueinander haben „Die Landkarte der Liebe“ zu meinem ersten Monatshighlight werden lassen.
Eine tolle und wichtige Geschichte, die zu einem Herzensmitbewohner wurde!


Habt ihr schon ein Highlight für den Oktober?


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