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Rezension zu Phillippa Penn – Invalidum

Zu Beginn erst einmal vielen lieben Dank an Phillippa Penn!
Danke dass du uns die Chance, dich bei deinem Buchdebüt unterstützen zu können, gegeben hast.
Vor allem Danke dass du mir als „kleiner“ Bloggerin und Bookstagrammerin ermöglicht hast, diese neue Erfahrung zu machen! Es macht mir unglaublich viel Spaß bei deinen Aktionen mitzumachen und erfüllt mich mit Stolz, dein Buch mit auf den Weg bringen zu dürfen.
Na und auch danke an die
Mädels von #teaminvalidum!
Ihr seid alle tolle Persönlichkeiten und ich bin froh euch kennengelernt zu haben <3

*dieses Exemplar wurde mir von der Autorin kostenfrei zur Verfügung gestellt um sie bei ihrem Debüt zu unterstützen. Wie immer könnt ihr euch drauf verlassen, das meine Rezi meine ehrliche Meinung wiederspiegelt.


„Du hast es durch die Dunkelheit geschafft, viel schlimmer kann es jetzt nicht mehr werden…“


Als die liebe Phillippa den Inhalt ihres Buchdebüts auf Instagram vorgestellt hat war ich mir sicher:
Diese Dystopie musst du lesen, hier bekommst du Stoff zum Nachdenken.

Ja den habe ich wirklich bekommen!


Hierum geht es in Invalidum:

Ausgefeiltes Gen-Design sorgt, dafür, dass jedes Baby perfekt ist.
Doch was wenn etwas schiefgeht?

Linn liebt es als Geburtshelferin die Neugeborenen zu versorgen.
Doch dann muss die 17-Jährige erfahren, welche Schicksal einem Kind droht, das nicht der Norm entspricht…

Runa steht vor einer großen Herausforderung:
Der Aufnahme in die renommierte Lamarck-Akademie. Doch die Prüfung, die sie dafür bestehen muss, ist nicht, was die junge Studienanwärterin erwartet hätte.

Beide blicken hinter die Maske ihrer scheinbar makellosen Welt und entdecken ein Geheimnis, das alles verändert.


Die Geschichte wird abwechselnd aus Linns und Runas Sicht erzählt. Die Kapitel sind dabei nicht allzu lang, was ich sehr mochte. Phillippa versteht es dabei, jedes Kapitel „offen“ und spannend zu beenden, dass man keine andere Wahl hat als immer weiter zu lesen!
Ich hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch beendet! Dieses Buch ist perfekt für einen kompletten Lesetag.
Hierzu trägt auch Phillippas überwiegend flüssiger Schreibstil bei.
Okay, zwischendurch ist mir der ein oder andere Schachtelsatz aufgefallen, was viele Kommas (bzw. Kommata *räusper*) mit sich bringt. Aber da ich selbst so schreibe, war es für mich nicht dramatisch.

Die Handlung des Buches erstreckt sich über ca 24 Stunden, in denen doch allerhand passiert. Mit der Stadt Eugenica hat die Autorin einen eigenen Handlungsort erschaffen. Wir lernen mehrere Schauplätze der Stadt kennen und erhalten Einblicke in ihre Organisation und das Leben dort. Da die Handlungszeit kurz ist, kann natürlich nicht alles geschildert werden. Ich hoffe und bin gespannt ob wir im Folgeband mehr von Eugenica kennenlernen.

Ebenso hoffe ich den eigentlichen Sinn des Cube-Projektes zu erfahren, der mir leider gar nicht klar wurde.


Die Hauptfiguren Linn und Runa, so unterschiedlich sie als Charaktere sind, mochte ich sehr. Vor allem die mutig Linn hat es mir angetan!
Für mich waren ihre Reaktionen und Taten vollkommen verständlich. Hier hat Phillippa zwei starke, junge Frauen geschaffen, die ihre Welt anfangen zu hinterfragen.
Eine Entwicklung kann man bei beiden sehen. Auch hier kann man aber natürlich durch die kurze Handlungszeit keine 180 Grad Wenden erwarten.
Was mir gefehlt hat, waren Hintergrundinfos, vor allem zu Linn.
Ich bin wahnsinnig neugierig auf die Vergangenheit beider, ebenso wie auf die Zukunft.

Bei manchem Nebencharakter bin ich gespannt ob er sich als gut oder böse entpuppt, hier wurden zwar Andeutungen gemacht aber bis jetzt kann man nur raten.


„Perfection is an illusion & those who seek perfection will find themselves unfulfilled their whole lives“


Am besten hat mir die Grundidee bzw. die zentrale Frage des Buches gefallen:Das Streben nach allumfassender Perfektion; das damit verbundene genetische Design, sowie die Ausgrenzung von Andersartigkeit.

So kam ich ziemlich schnell zu mehreren Fragen:
  • Wer legt denn hier den Maßstab fest?
  • Ab wie viel Grad der Abweichung wird man ausgegrenzt?
  • Ist es ethisch vertretbar überhaupt einzugreifen?
  • Wäre Perfektion im Hinblick auf Krankheit nicht erstrebenswert?
  • Geht es hier nur um oberflächliche, äußere Perfektion?
  • Wenn nein, wie sieht dann charakterliche Perfektion aus?
  • Können Maschinen wirklich Menschen komplett ersetzen?
  • Lässt Perfektion noch Platz für das Individuum oder sind wir dann nur noch „Einheitsbrei“?
  • Geld regiert auch beim Perfektsein noch die Welt?
  • Und darf es in einer perfekten Welt da überhaupt noch Unterschiede geben?

Ich glaube alleine über diese Fragen (je länger ich darüber nachdenke desto mehr würden mir noch einfallen) könnten bändeweise Abhandlungen geschrieben werden, doch muss hier beachtet werden, dass die Antworten subjektiv sind.


Ich bin der Meinung unsere Unperfektheit macht uns aus. Es sind doch die kleinen Macken und äußerliche „Makel“ die uns zu Charakteren machen. Wie langweilig wäre es wenn jeder gleich wäre!
Wir hätten keine Kultur, keine Vielfalt, keine Innovationen….Pustekuchen (und sogar der sähe gleich aus).


Ebenso finde ich dass ein Leben nie vollkommen perfekt sein sollte und das nicht weil ich es keinem gönne. Meine Überlegung ist eine andere:

Wenn man ein perfektes Leben hätte, würde man das überhaupt merken oder es schätzen?

Ich denke nicht, wie soll man denn Glück und Freude empfinden wenn man nie schlechte Erfahrungen gemacht hat? Wie soll man sich charakterlich entwickeln wenn man nie vor Herausforderungen stand? Das Leben hätte doch keinerlei Würze.

Ich persönlich mag mein unperfektes Leben, wenn auch gleich ich mich ebenfalls nicht ganz vor dem Streben nach Perfektion verschließen kann. Das kann keiner. Und in gewisser Weise finde ich es nicht dramatisch, wenn man es benutzt um aus sich die beste unperfekte Version zu machen, mit der man glücklich ist.

Es ist wie mit allem, Extreme sind nie gut und jeder sollte für sich den Mittelweg finden.


„And now that you don’t have to be perfect, you can be good“

John Steinbeck


Alles in allem hat Invalidum meine Erwartungen vollstens erfüllt und mir den gewünschten Stoff zum Nachdenken gegeben.

Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung (ohja die kommt!!) und bin gespannt ob meine offen gebliebenen Fragen beantwortet werden.

Die Geschichte bleibt in meinem Regal!

Ich würde gerne wissen was ihr über das Thema Perfektion denkt, verratet es mir doch in den Kommentaren.


Lest euch doch gerne auch die anderen Rezensionen der Blogger durch, die wie ich die liebe Phillippa bei ihrem Debüt unterstützen:

Madeline von frollein.leseliebe
Hanna von glitzerseiten
Lisa von buchwinter
Vanessa von dontburryyourthoughts

9 Comments

  • Phillippa

    Liebe Lisa!
    Vielen Dank für deine Rezension! Ich freue mich sehr, dass dich „Invalidum“ zum Nachdenken angeregt hat. Es gibt wohl kaum etwas schöneres für einen Autor als zu wissen, dass die Figuren und die Welt die er erschaffen hat, im Gedächtnis bleiben. ^_^ Danke auch für deine kritischeren Anmerkungen und Fragen! Einige davon sind natürlich absichtlich offen geblieben, andere sehe ich erst jetzt durch deine Perspektive. Ich finde das super hilfreich und motivierend für die Arbeit am zweiten Band! 🙂 Ich hoffe ich kann auch bei der Fortsetzung wieder auf dein ehrliches Feedback zählen! 😉 Ich freue mich sehr dich im Team zu haben und danke dir ganz, ganz herzlich für deine Unterstützung! <3
    Liebe Grüße!

    • Lisa

      Hey Phillippa,

      vielen lieben Dank für deine tollen Worte!
      Ich freue mich schon sehr auf den Folgeband und kann es gar nicht erwarten,
      das meine Fragen noch beantwortet werden. Danke nochmal dass als kleine
      Bloggerin die Chance dazu bekommen habe, dich zu unterstützen. Das bedeutet
      mir so viel.
      Auf meine ehrliche Meinung kannst du dich verlassen!

      LG Lisa

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