Rezensionen,  zu Besuch

Der Zopf von Laetitia Colombani

Dieses Buch wollte ich schon ewig lesen. Der Klappentext hat mich sofort überzeugt!
Diesen zerlege ich diesmal und schreibe jeweils direkt etwas dazu. Hintergrund des Ganzen: Der Zopf von Laetitia Colombani lässt uns drei unterschiedliche Frauen auf einem kurzen Stück ihres Lebensweges begleiten. Am Ende wird klar wie sie miteinander verbunden sind:


Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein.

In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt.

Hier hat Colombani wirklich gute Recherchearbeit geleistet. Einfühlsam vermittelt sie uns, wie das Leben einer „kastenlosen“ Frau aussieht, die den höher gestellten Kasten die Toiletten leert.
In ihrer Religion ist vieles starr vorher bestimmt, doch Smita ist das egal! Sie rüttelt an den Festen ihres Lebens um ihrer Tochter ein besseres Sein zu ermöglichen. Wenn es auch sein muss alleine, da braucht es keinen Mann.

Diese Geschichte hat mir am besten gefallen. Smita ist eine unglaubliche, inspirierende Frau. Von ihr sollte sich jeder eine Scheibe abschneiden.
Der Einblick in das indische Leben war sehr interessant! Das es sowas leider immer noch gibt….


In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist.

Auch Giulia in ihrem jungen Alter ist eine unwahrscheinlich starke Frau. Hier hat mir der Fokus auf das Thema „Geh deinen Weg, egal was andere sagen!“ sehr zugesagt. Genau dies tut die Italienerin. Und auch in Sachen Beziehungen ist sie eine offene Persönlichkeit. Ihr zusätzliches Dasein als introvertierter aber mutiger Bücherwurm rundet ihre ganze Geschichte ab. Als „Brücke“ zwischen den anderen beiden sehr gut gewählt.


Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Krankheit.

Zum einen konnte ich mich vom Wesen gar nicht mit Sarah identifizieren, wir wären wie Feuer und Wasser. Zum anderen war dann da diese Erkrankung, die ich leider zu gut kenne.
Sarah als krasse Karrierefrau steht mit einer anderen Stärke im Mittelpunkt der Geschichte. Echt bewundernswert wie sie ihr Leben meistert. Für mich wäre es nichts.
Hier rückt Laetitia Colombani ein sehr ernstes Problem der heutigen Welt in den Vordergrund: Wenn du keine Leistung erbringst, vor allem als Frau, kommt der nächste weiße Mann und das war’s. Danke dafür! Als „Ende“ der Reise top gewählt.


Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

Da schließe ich mich ganz klar an!
Doch jetzt komme ich noch mit einem ABER um die Ecke:

Das ging mir alles zu schnell! Ob das gewollt war weiß ich nicht, jedoch hat die Autorin meiner Meinung nach Potenzial verschenkt. Auch wenn wir aus allein drei Leben etwas mitbekommen, hätte es noch mehr Tiefe haben können. Sie kratzt doch ziemlich an der Oberfläche herum.
So gut die Geschichte ist, so großartig hätte sie mit ein wenig mehr noch sein können. Wie schade! Ich war richtig überrumpelt als plötzlich das Ende da war! Ich hätte gerne noch ein wenig mehr über die drei gelesen!

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Trotzdem empfehle ich „Der Zopf“ von Laetitia Colombani ausnahmslos weiter! Begleitet diese drei wunderbaren Frauen auf ihrem Weg!


lisi <3 der Zopf

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