bleib doch,  Rezensionen

Rezension zu Nic Stone – Dear Martin

Eines meiner Jahreshighlights 2018 war „The Hate U Give“. Da „Dear Martin“ die gleichen Themen behandelt, konnte ich daran nicht vorbeigehen!


„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten!“

Carl Jung


Darum geht es:

Justyce McAllister ist einer der Besten seiner Klasse, Captain des Debattierclubs und Anwärter auf einen Studienplatz in Yale – doch all das interessiert den Polizisten, der Justyce die Handschellen umlegt, nur wenig. Der Grund für seine Verhaftung: Justyce ist schwarz. Und er lebt in den USA im Jahr 2017.
Mit Briefen an sein großes Vorbild Martin Luther King Jr. versucht Justyce, dem alltäglichen Rassismus etwas entgegenzusetzen. Und dann ist da noch Sarah-Jane, seine kluge, schöne ― und weiße – Debattierpartnerin.
Als jedoch sein bester Freund Manny erschossen wird, scheint es, als ob selbst Martin Luther King Jr. keine Antwort mehr für Justyce bereithält.


„Narren vermehren sich, wenn die Klugen schweigen“

Nelson Mandela


In THUG finden wir viele Einblicke in das Familienleben der Protagonistin, die Hip Hop Kultur, das Leben in einem ärmeren Stadtteil und die damit verbundene Entstehung von Banden.

Dear Martin spielt auf diese Dinge ebenfalls an, hält aber alles viel kompakter.
Die Geschichte gibt viele Beispiele, wie aktuell noch heute die Themen Rassismus und Chancenungleichheit sind.

Dabei erhält der Leser viel Stoff zum Nachdenken. Ich fande es vor allem erschreckend, wie schnell ein Bild von jemandem anhand von dahingestellten Tatsachen geschaffen wird. Es wird nicht hinterfragt wie es wirklich war bzw. Fakten einfach verdreht. Vorurteile werden ausgenutzt und Stereotypen bedient.

Dabei schaukeln sich die Ereignisse immer weiter hoch, alles ist in dieser Geschichte miteinander verbunden. Auf eine Aktion folgt eine Reaktion.
Nic Stone hat hier mit viel Verstand ihre Story konstruiert und bringt einem das ganze Thema sehr nahe. Mir hat die Geschichte super gut gefallen!

Die Autorin hat wunderbare Figuren erschaffen. Vor allem Sarah-Jane mochte ich total. Sie sollte als Beispiel für unsere Gesellschaft dienen, ist sie doch vorurteilslos, reflektiert und vor allem tolerant!

Die Gefühle von Justyce werden anschaulich beschrieben. Man konnte seine Gedanken, Taten und Gefühle nachvollziehen! Bekräftigt wird das ganze durch seine Briefe an Martin Luther King. Diese haben mich nachdenklich gestimmt. Seine Entwicklung konnte ich voll und ganz verstehen.

Justyce Mutter und ihre eigenen Vorurteile fande ich ebenfalls enorm wichtig für die ganze Story!


Unsere Nationalität? Mensch!!!


Dear Martin setzt den Fokus auf ein wichtiges, leider immer noch zu präsentes Thema unserer Zeit, jüngst durch die #notmyariel-Debatte nochmal aufgezeigt.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine kompakte Geschichte zu diesem sucht, die alles genau auf den Punkt bringt!

Nic Stones Roman bleibt auf jeden Fall bei mir!

Wer eine ausschweifendere Geschichte, gespickt mir noch mehr Kultur sucht, sollte zu THUG greifen.

Ach was Leute lest einfach beide Bücher! Die Themen sind so wichtig!


5 Comments

  • Jill von Letterheart

    Liebe Lisa,

    leider habe ich Dear Martin schon viel zu lange auf meinem SuB liegen – Schande über mich!
    Jetzt hast du mich aber umso neugieriger gemacht, ich muss wirklich endlich zu dem Buch greifen.
    Ein wirklich toller Beitrag!

    Liebe Grüße
    Jill

    • Lisa

      Hey Jill,

      mach das auf jeden Fall. Ein kompaktes Buch bei dem man erst gar nicht meint, dass man soviel Stoff zum Nachdenken bekommt!

      LG Lisa

  • Ivy

    Hallo Lisa,

    eine tolle Rezension. Mich konnte das Buch auch absolut begeistern. Ich finde, dieses Buch wäre auch wie dafür gemacht, um als Schullektüre eingeführt zu werden, gerade weil es sehr kurz und knapp, aber dennoch sehr einprägsam und auch lehrreich ist. Ich bin dankbar für diese Bücher und hoffe sehr, dass es ganz viele Leute dort draußen lesen werden!

    Liebste Grüße
    Ivy

    • Lisa

      Ivy,

      du bringst es auf den Punkt. Wäre auf jeden Fall mal interessanter als den ganzen Mist
      den man sonst immer in der Schule lesen musste…
      Vor allem auch mal zeitgenössisch und nicht von Autoren die vor 100 Jahren gelebt haben….

      LG Lisa

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