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Brumm! Eine schwarz weiße Fabel für das postfaktische Zeitalter – Helmut Barz

Vielen lieben Dank an Helmut Barz für das kostenlose Rezensionsexemplar von Brumm. Meinung wie immer davon nicht beeinflusst.

Ist euch das auch schonmal passiert? Auch Tage nachdem ihr ein Buch beendet habt, könnt ihr euch keine Meinung bilden? Ist mir in letzter Zeit öfter so ergangen. Jetzt, drei Wochen nach Beendigung von Helmut Barz moderner schwarz weißer Fabel BRUMM!, geht es mir immer noch so….
Das Buch war unterhaltsam und etwas schräg, doch kann ich nur wenig damit anfangen….


Jedem Menschen wohnt ein Krafttier inne – so lehren uns die Schamanen: Man müsse es nur finden, erwecken und befreien. Doch was, wenn dieses Krafttier ein verspielter, verschlafener, verleckerter, territorialer, dickschädeliger Panda ist, der dein Leben ins Chaos stürzt – und sich beharrlich weigert wieder zu gehen?

Dr. Urs A. Podini hat seine Lebensträume längst eingetauscht gegen bescheidenen Wohlstand, Eigentumswohnung, Kreativität in homöopathischen Dosen und eine Lebensgefährtin, die ihn eher duldet als liebt.
Doch dann geht ihm eines Tages diese Silbe nicht mehr aus dem Kopf: „Brumm!“ Laut, leise, sanft, schroff, zärtlich, verletzend, wütend, erfreut. Gerufen, gehaucht, geflüstert, gespien, gesäuselt und – gebrummt: »Brumm.«
Als er sich dann auch noch in das Kostüm eines Pandas verliebt, das er im Schaufenster der Boutique »Transitions!« entdeckt, beginnt für ihn eine Achterbahnfahrt durch unsere Zeit: Urs beißt unter anderem einen Finger ab und löst eine Straßenschlacht aus. Er wird angeklagt, freigesprochen und zum ersten offiziell anerkannten menschlichen Panda. Das macht ihn zum Internet-Star und Talkshow-Gast sowie – nolens volens – zum chinesischen Staatsbürger. Er trifft auf Politikerinnen mit Flausch-Fetisch, neugierige Pinguine, musikalische Mufflons, rassistische Seelöwen, verschmuste Kängurus, Franz Schubert verehrende Artgenossen – und sogar auf seine große Liebe.
Aber all das hat seinen Preis: Wenn man etwas nur lang genug behauptet, wird es zum Fakt – das bekommt Urs am eigenen Leibe zu spüren.


Genauso schräg wie sich der Klappentext anhört ist dieses Buch. Es passieren so viele skurrile Dinge, die mit einer gewissen Komik daher kommen, dass ich an der ein oder anderen Stelle wirklich lachen musste. Kurzweilig ist die ganze Handlung definitiv.

Jetzt jedoch mein aber: Mir war es zu viel. Zu viele außergewöhnliche Geschehnisse und vor allem der ganze Punkt um die Eintragung der Wesensart haben mich kaum angesprochen. Die ganze überspitzte Darstellung war wohl so gewollt, mich hat es leider nicht gecatched.
Vor allem das Ende war wirklich gar nicht meins.


Der sarkastische und humorvolle Schreibstil trägt zur eigenwilligen Handlung bei. Der Autor schreibt sehr flüssig und man merkt seine Ausbildung dahinter.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet, mich haben die Nebenfiguren mehr überzeugt als unser Urs. Ist bei mir aber meistens ja so.

Die Behandlung aktueller Themen und die damit zwischen den Zeilen lesbare Kritik habe ich für mich als positiv ausgelegt. Ich hoffe wirklich ich habe die Intention von Helmut Barz richtig aufgefasst. Er hat definitv vorher gute Recherche betrieben. Tatsächlich habe ich noch das ein oder andere gelernt. Das mag ich ja immer sehr.


Wie schon in der Überschrift fasse ich zusammen: Schräg, schräger Brumm! Wer ein etwas anderes Buch sucht, greift gerne zu Helmut Barz‘ schwarz weißer Fabel.
Mir war vieles leider eine Spur zu „drüber“, trotzdem war das Buch kurzweilig zu lesen und ich habe das ein oder andere mitgenommen.


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